melopos 2.0

Zusammenfassung:

Seit einigen Monaten gibt es keine neuen Updates, Statusmeldungen, Veränderungen oder Blogeinträge mehr auf melopos.com. Ist das Projekt tot? Nein, melopos ist nicht tot! Aber das Konzept melopos, wie ich mir melopos seit 2012 vorgestellt, ausgemalt, geplant und versucht habe umzusetzen, ist leider ein Traum, den ich aufgeben muss. Ein neuer Traum tritt an diese Stelle. Ich nenne ihn melopos 2.0 - Die beste Open Source Kasse der Welt.
Was wir versucht haben:
melopos sollte ein Cloud-Software-Startup werden. Das war immer so gedacht. Moderne webbasierte Technologie, die es möglich macht, den angestaubten Kassenmarkt in Deutschland zu revolutionieren.

Standort

In der Kleinstadt Uelzen, mitten in Norddeutschland, die sonst, neben Kleinstadt-Flair, einer schönen Innenstadt, ein paar Cafés und gefühlten Millionen Apotheken und Optikern, wenig zu bieten hat, sollte es losgehen. Ich komme aus Uelzen und hatte bislang mehrfach die Gelegenheit die große weite Welt zu entdecken. Nun ja, ich mag Uelzen halt. Ich mag Kleinstadt, auf der Straße Bekannten begegnen, Kaffee trinken auf dem Wochenmarkt.

Der Standort für melopos scheint unkritisch: Uelzen liegt zwischen Hamburg und Hannover, die Lebenshaltungskosten sind denkbar günstig und Büroräume ließen sich schnell zu Preisen finden, bei denen Großstädter Tränen in den Augen haben.

Fachkräfte? Na ja, die sind überall rar, außerdem steht insbesondere im Bereich der Softwareentwicklung dem Homeoffice nichts im Wege. Also ran an den Speck!

Technologie

Eines war in der Grundkonzeption klar: melopos ist ein Cloudsystem. Recht schnell stand die Konstellation fest. Der melopos-Client wird auf Webtechnologien entwickelt und soll möglichst Geräte- und Betriebssystemübergreifend entwickelt werden. melopos soll vernetzte Kassen ermöglichen, also verwenden wir eine Serverkomponente, das sog. melopos-backend. Neue Bondrucker-Modelle des Marktführers in Sachen POS-Druck (Epson) ermöglichten eine Kommunikation zwischen Tablet und Drucker ohne Treiber. Fein, nur noch eben entwickeln und los geht’s.
Messen, Marketing, Partner
Kassensysteme bedürfen aus meiner Sicht einer Betreuung vor Ort. Cloudkassen werden sich nur wenig durchsetzen, wenn diese Betreuung nicht gegeben ist. Also haben wir sofort mit Beginn der ersten frühen Alpha-Versionen Partner gesucht (und auch gefunden, wenn auch wenige) die uns bei der Entwicklung einer soliden Kassenlösung mit Know-how unterstützen sollten. Wir durften 2014 die CeBIT besuchen, wir haben Akquise gemacht und haben versucht uns recht früh bekannt zu machen. Finanzen und Personalia
melopos sollte als sog. Bootstrap-Startup starten. Ein wenig Fremdkapital gemischt mit eigener Projektarbeit, sollte genügend liquide Mittel bringen um schnellstmöglich mit einer frühen Betaversion der Kasse die ersten Kunden begeistern zu können. Ein paar Praktikanten, die sogar etwas lernen können, ein paar Festangestellte Mitarbeiter, die die Vision teilen und die Chance erkennen, was melopos bedeuten kann.

Alles in Allem war die gesamte Unternehmung melopos sehr gut überlegt. Es gab einen Businessplan, der zusammen mit einem Unternehmensberater, der örtlichen IHK und diversen weiteren Stellen geprüft und für gut befunden wurde. Die Ideenfindung und Verfeinerung war schon über ein Jahr vor der eigentlich Gründung im Gange.

Auch erste Fremdkapitalgeber fanden sich. Es wurde ja nicht viel benötigt.

Was dann geschah:

Zunächst entwickelten wir mit zwei Mitarbeitern fleißig an Client und Backend. Der heutige Funktionsumfang des melopos-Systems ist zu 65% in dieser Zeit entstanden. Nebenbei gab es das ein oder andere Projekt, das Geld in die Kassen spülte. Perfekt? Nun gut, die Nebenschauplätze kosteten natürlich Zeit, brachten aber für die Quereinsteiger sogar die Möglichkeit Know How dazuzugewinnen. Das System schritt auch voran. Also eigentlich alles gut.

Als wir eine Betaversion der Kasse fertig hatten, war selbstverständlich angesagt, direkt mit der Akquise zu starten. Zu günstigen Konditionen sollten Referenzkunden gefunden werden, die mit Feedback dafür sorgen, dass die Entwicklung in die richtige Bahn läuft. Wir wollten eine Kasse entwickeln, die am Kunden entwickelt wird, nicht am Schreibtisch.

Die Akquise der Kunden gestaltete sich zäh. Viel mehr, als erwartet. U.a. weil Kunden ja gerne durch Partner betreut sein möchten. Logisch, dass wir neben der eigenen Akquise auch direkt mit der Akquise von Vertriebspartnern begonnen haben.
Was tut man dazu? Man schaut sich im ähnlichen Softwareumfeld Partnermodelle an und baut ein Partnermodell zusammen, was den Partnern ermöglicht Geld zu verdienen. Perfekt oder?

Nein! Leider nicht perfekt. Der Kassenmarkt in Deutschland ist schrecklich konservativ. Und so sind auch viele Partner.

Ich könnte an dieser Stelle noch zwei Stunden weiter machen. Wir haben hunderte von Gesprächen geführt, Demos gezeigt, Featurewünsche aufgenommen.

Wir hätten jedes einzelne dieser Features irgendwann eingebaut. Aber wir mussten ja mit einem Produkt anfangen. Wir mussten doch erstmal eine Basis verkaufen.

Selbst wenn ein einziger Kunde eines Partners Anforderungen hatte, die wir noch nicht erfüllt haben, so hätte man zunächst mit den leichteren Kunden anfangen können. Ich habe mehrere Jahre als Projektleiter gearbeitet. Neue Software teste ich nicht am schwierigsten Kunden. Unsere potentiellen Partner offenbar schon.

Außerdem konnten wir in eigener Recherche herausfinden, dass die von vielen Partnern geforderte Eier legende Wollmilchsau, vom Kunden gar nicht in jedem Fall gefordert wird. Unsere Software war verkaufbar, ohne Kundendisplay, EC-Anbindung und dem ganzen Schnick-Schnack. Dies nützt leider nichts, wenn man nur über Partner an den Kunden kommt.

Eine Entscheidung war: melopos wird umgebaut zum Direktvertrieb übers Netz.
Diese Entscheidung fiel Ende 2014. Zu diesem Zeitpunkt sind mittlerweile 4-5 Wettbewerber am Markt aufgetaucht, die alle mehr oder weniger gute Lösungen präsentierten. Meiner Einschätzung nach werden viele davon auch im Augenblick sehr viel Geld verbrennen. Der Kassenmarkt ist halt sehr schwer zu erobern.
Mein Team und ich haben uns fast alle Lösungen im Detail angeschaut. Einige sahen dem Ähnlich, was wir bereits 2013 von unseren UI/UX-Designern geliefert bekommen haben. Andere nicht.
Bei keinem dieser Konzepte mussten wir wirklich Angst haben. Außerdem: Im Gegensatz zu vielen Softwareherstellern, wollten wir unseren Kunden auch die Hardware bieten.
Partnerschaften dafür waren bereits geknüpft. Das Umbauen auf Direktvertrieb ist jedoch wiederum mit einem erheblichen Aufwand verbunden und jedwede Form der Weiterentwicklung der Kasse hätte dem Aufbau des Onlinevertriebs weichen müssen.

Es kaufte bloß fast keiner. Fast. Wir hatten recht früh Referenzkunden, die über Monate unser System produktiv einsetzten. Leider haben wir uns ungünstiger Weise keinen Kopf über die Bonität unserer Kunden gemacht. Einige der Referenzkunden gibt es inzwischen nicht mehr. Dies hat uns zusätzlich belastet.

Um die Anforderungen der Finanzämter umzusetzen erweiterten wir die Cloudkomponente um Versionierung der Daten. Kein Kunde kann Daten verändern, ohne dass mitgeloggt wird. Eine IDEA-Schnittstelle muss allerdings noch entwickelt werden.

Super. Also GdPDU-konform, stabil benutzbar, ausfallsicher, innovativ, günstig in der Anschaffung. Jetzt geht’s los, oder?

Wir haben das Partnermodell mehrere Male umgegraben, Features ergänzt, akquiriert und…
… wurden mit neuen Featurerequests bombardiert.

Bis lang haben wir mit fast 50 Partnern gesprochen, keiner hat eine melopos-Kasse verkauft. Stattdessen hörten wir neue “Verbesserungsvorschläge”. Der eigentliche Hauptgrund ist aber ein anderer, wie wir durch Insider erfahren haben: Die potentiellen Partner haben eine viel zu große Angst, ein System beim Kunden einzuführen, mit dem der Kunde nicht zufrieden sein könnte, gerade weil die bisherige Software nicht wirklich rund läuft. Lieber verkauft man Software auf technischem Stand der 80er Jahre, mit denen der Kunde nachweislich auch nicht glücklich ist, aber die man kennt, als Software aus 2015, bei der man einen direkten Draht zum Hersteller hat und der schnell reagieren kann. Da beißt sich eine Maus aber ganz gewaltig in den eigenen Schwanz. Ändern konnten wir dieses Verhalten bei den Partnern nicht.

Das Resultat:

Der Traum melopos, da bislang brotlos, wurde immer schwieriger. Differenzen im Team führten dazu, dass nunmehr nur noch ein Kernteam übrig ist um melopos zu entwickeln, vertreiben, supporten und verbessern.

Zwei Enthusiasten, die nicht gleich aufgeben, wenn es mal unangenehm wird. Aber eben nur zwei.
Zwei Menschen, die Server adminstrieren müssen, um melopos hochverfügbar zu halten und die Daten der Kunden sicher zu lagern.
Zwei Menschen, die ein Ruby on Rails-Backend und eine Javascript-Client-App entwickeln und supporten müssen.
Zwei Menschen, die Marketing und Vertrieb machen müssen UND, weil kaum einer bislang melopos gekauft hat, auch noch Projekte um Geld zu verdienen.

Aber ist melopos denn so komplex?
JA! Wir setzen folgende Technologien bei melopos ein:

Auch hier ist die Liste mehr als unvollständig. Fakt jedoch ist: Für zwei Leute ist der Aufwand das melopos-System zu entwickeln, betreiben und zu supporten nicht machbar. Geld für neue Mitarbeiter auszugeben nur mit entsprechender Finanzierung möglich und das alles bei einem Markt, der sich gegen moderne Software wehrt, auch nicht unbedingt sinnvoll.

melopos 2.0

Was wird jetzt aus melopos? Soll ich zwei Jahre Entwicklung in den Papierkorb werfen, weil das eigentlich fertige Produkt für 1000 Kunden 1000 Anpassungen bedarf, die keiner bezahlen will? Soll ich als Gründer einfach etwas anderes machen? Einen Traum wegwerfen? Nein! Das tue ich nicht. Wer mich kennt, weiß, dass Aufgeben nicht zu meinen Stärken gehört. melopos geht weiter. Aber anders.

Auch wenn wir noch viele Dinge haben, die fehlen, bin ich enorm stolz, auf das, was ich mit meinem Team innerhalb der letzten zwei Jahre aufgebaut habe. Wegschmeißen ist nicht.

melopos wird Open Source

Wir werden innerhalb der nächsten Wochen das melopos-System mit Backend und Client unter einer Open Source Lizenz veröffentlichen. All den tollen Features, wie Mehrsprachigkeit, Schnittstellen zu Drittsystemen, neuer Druckerunterstützung, etc. steht dann nichts mehr im Weg! Jeder kann seine Erweiterungen einbauen, wie er will.

Wir werden die offiziellen Versionen der Software verwalten und dafür sorgen, dass melopos eine ordentliche Open Source Software wird, wie uns das viele Beispiele der OSS-Welt vormachen.

Wir werden desweiteren kommerzielle Services, wie Hosting, Schulung und Support für das melopos-System anbieten, sowie Module für melopos entwickeln. Auch hier finden wir viele positive Bespiele im Netz.

Ein paar abschließende Worte

Ja, einen Traum aufzugeben ist hart. Für mich persönlich sehr hart. melopos war und ist mein Baby. Ich würde melopos jederzeit wieder gründen. Ich habe als Gründer in den vergangenen zwei Jahren so extrem viel für die Zukunft gelernt, dass dieser Brief hier 578,3x so lang wäre, wollte ich dies aufschreiben.

Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die immer zu mir gehalten haben. Und ich habe solche kennengelernt, deren Maxime Eigennutz und Heuchelei ist.

Nichts von alledem bereue ich. Als mein erstes Startup musste melopos dafür herhalten, mich diese Erfahrungen machen zu lassen.

Eines ist klar. melopos 2.0 wird großartig. Eine Open-Source-Kasse auf modernster Basis wird definitiv den Markt ändern. So etwas gibt es noch überhaupt nicht. Darauf freue ich mich.

Und diese Freude auf den Neuanfang ist es, die mich antreibt. Ihr hört von mir so schnell, wie möglich, wenn melopos veröffentlicht wird. Bitte habt noch ein wenig Geduld, da einiges an Vorbereitungen zu treffen ist.
Falls ihr benachrichtigt werden wollt, wenn melopos quelloffen ist, tragt euch hier unten ein:

Know-how und Projekte

Projekte, die wir bislang unter dem Namen melopos einfach nebenbei miterledigt haben, werden wir zukünftig unter einem anderen Namen abwickeln. Unser Know-how, welches wir in den vergangenen Jahren fast ausschließlich intern eingesetzt haben, stellen wir dann offiziell Auftraggebern zur Verfügung.

42nerds

Unter “42nerds” werden wir zukünftig auftreten. http://42nerds.com
Nach der Roman-Reihe “Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams, ist 42 die Antwort auf alle Fragen des Universums.

Wir können zwar nicht Antwort auf alle Fragen geben, aber haben viele Antworten auf Softwareentwicklungsfragen für uns gelöst und möchten unseren Kunden mit entsprechenden Antworten zur Verfügung stehen.

Nachdem wir diesen Namen sowieso schon festgesetzt hatten, hat mich zusätzlich folgender Artikel angesprungen, der zu 100% passt:

Nerdologie: 23 und 42-Nerds

Spätestens danach war klar, dass wir so heißen müssen.

Die Dienstleistungen der 42nerds:

  • Entwicklungs-Dienstleistungen
  • E-Commerce-Auftritte
  • Website-Entwicklung
  • Ruby on Rails-Anwendungsentwicklung
  • mobile Anwendungsentwicklung von sog. Hybrid-Apps
  • Schnittstellenentwicklung
  • Administration
  • Serveradministration
  • Deploymentkonzepte
  • Backupkonzepte
  • Monitoringkonzepte
  • Hosting
  • Schulungen
  • Cloud-Infrastruktur
  • Webapplication-Deploymentstrategien
  • Consulting
  • Erarbeitung Software gestützter Supportkonzepte in KMUs
  • Analyse und Verbesserung von IT-Geschäftsprozessen
  • Infrastrukturelle Risikoanalyse im Hinblick auf Fail-Over und Worst-Case-Szenarios, sowie Backup und Restore-Möglichkeiten
  • etc.
  • Wir haben inzwischen viele Referenzen, die demnächst auf unserer neuen Website auftauchen werden. Ungeduldige Interessenten wenden sich am Besten an info@42nerds.com.

    Auf in ein neues Projekt!